Das Verbundkonzept

Stärkere Betonung des Verbundgedankens

Das Verbundkonzept ist zu einem Markenzeichen der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen geworden. Es hat die Zusammenarbeit zwischen den Sparkassen und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) noch systematischer und intensiver gemacht.

Die sieben Bestandteile des Verbundkonzepts

Gemeinsames Leitbild
Das Geschäftsmodell umfasst erstens ein gemeinsames Leitbild, in dem sich die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen als geschlossen auftretende und handelnde Organisation eigenständiger Partnerunternehmen versteht. Die Sparkassen bleiben unverändert rechtlich
und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen.

Strategische Verbundziele
Auf der Basis dieses Leitbilds wurden zweitens strategische Verbundziele festgelegt, mit denen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Zusammenarbeit im Verbund optimiert werden sollen. Dazu zählen in erster Linie Kosten- und Ertragsziele, aber auch die Vorgabe, die Marktposition der Gruppe im Privat- und Firmenkundengeschäft zu stabilisieren bzw. auszubauen. Darüber hinaus werden auch die Verbesserung der Cross-Selling-Quote und ein Verbundrating von mittelfristig mindestens AA- avisiert. Die Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poor’s haben der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen inzwischen ein Verbundrating von A+ bzw. A zuerkannt. Damit ist Hessen-Thüringen die erste regionale Sparkassen-Finanzgruppe mit einem Verbundrating. Das Rating ist im Unterschied zu fast allen anderen Kreditinstituten während der Finanzmarktkrise nicht abgesenkt worden.

Verbundstatut und Fokusthemen
Drittens wurde ein Verbundstatut entwickelt, das die Abläufe und Entscheidungsfindung bei der Zusammenarbeit im Verbund verbindlich festlegt. Es sieht auf der Ebene des Verbandes einen Verbund- sowie einen Risikoausschuss vor. Während sich der Risikoausschuss mit Fragen des Risikomanagements und der Risikostrategie im regionalen Verbund befasst, soll der Verbundausschuss in erster Linie mögliche Felder der Verbundzusammenarbeit erschließen - die so genannten Fokusthemen, die den vierten Bestandteil des Konzepts bilden.

Geschlossener Marktauftritt
Fünftens wird ein geschlossener Marktauftritt angestrebt. Mit dem Verbundkonzept wird auch das retailbezogene Privat- und Firmenkundengeschäft der Sparkassen mit dem Wholesale-Geschäft der Landesbank kombiniert. Ziel ist es, mit Hilfe einer einheitlichen Kundensegmentierung und mit klaren Kundenverantwortlichkeiten den Markt intensiver als bisher zu bearbeiten. Zudem soll noch stärker nach außen dokumentiert werden, dass die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen eine wirtschaftliche Einheit darstellt.

Verbundrechenschaftslegung
Dies wird unter anderem durch die gemeinsame Verbundrechenschaftslegung - dem sechsten Element des Verbundkonzepts - unterstrichen.

Gemeinsames Risikomanagement / Reservefonds

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das gemeinsame Risikomanagement, mit dem unverträgliche Risiken in der Gruppe möglichst früh erkannt und beseitigt werden sollen. Zu diesem Zweck wurde eine gemeinsame Risikostrategie verabschiedet sowie ein Frühwarnsystem in Form eines Ampelmodells installiert, das Sparkassen und Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in Institute ohne erkennbare Risiken ("grün"), Institute mit latenten Risiken ("gelb") und Institute mit erhöhtem Stützungsfallrisiko ("rot") einteilt (Risikotransparenzsystem). Je nach Risikolage sind Informations-, Einblicks- und Einflussrechte vorgesehen.
Darüber hinaus wurde die Bildung eines weiteren Reservefonds beschlossen, der zusätzlich zum regionalen Sicherungsfonds von den Sparkassen in Hessen und Thüringen und der Helaba aufgefüllt wird.


DAX
TecDAX
Dow

Verbundrating im Überblick

FITCHS+P
Langfristige Verbindlich- keitenA+A
Kurzfristige Verbindlich- keitenF1+A-1
Ausblickstabilstabil
Finanzkraft-/ Individual- ratinga+