Ausstellung "Legalisierter Raub"

Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 - 1945

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte des legalisierten Raubes, in die Lebensgeschichten von Tätern und Opfern.
"Da mein Sohn außerordentlich begabt ist, wie auch sein Lehrer bestätigt, bitte ich Sie, mir das Klavier des evakuierten Juden zu überlassen."

Mit dieser Bitte trat 1942 ein Offenbacher Bürger an sein Finanzamt heran. Zu dieser Zeit waren die Finanzämter bereits mit der so genannten Verwertung des Eigentums der Deportierten befasst, das seit der 1941 erlassenen 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz dem "Reich verfiel".

Überall kam es zu öffentlich angekündigten Auktionen aus jüdischem Besitz: Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten die Besitzer. Viele schrieben an die Finanzämter, um sich das begehrte Klavier oder die schönere Wohnung zu sichern.

Vorausgegangen waren ab 1933 zahlreiche Gesetze und Verordnungen, die auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten. Umgesetzt wurden sie von Beamten der Finanzbehörden in Kooperation mit weiteren Institutionen. In der Folge verdiente das "Deutsche Reich" durch die Reichsfluchtsteuer an denen, die es in die Emigration trieb, wie an denen, die blieben, weil ihnen das Geld für die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten.

Unter "Publikationen" ist das Heft zu der Ausstellung "selecta 8: Legalisierter Raub - Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 - 1945" erhältlich. 


Nächste Termine der Ausstellung

2017

Termin in Lorsch - 5. Februar bis 14. Mai

 2018Abschlusspräsentation am 23. Mai 2018 um 18:30 Uhr im Historischen Museum in Frankfurt